WICHTIGE INFORMATION!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,


In der Mitgliederinfo 2010/1 habe ich auf gehäufte Kaufanfragen für Nashornhörner aufmerksam gemacht. Obwohl keine tatsächlichen Anhaltspunkte für kriminelle Hintergründe vorlagen, benahmen sich die Kaufinteressenten teilweise doch etwas unseriös.


Inzwischen hat sich die Situation leider erheblich verschärft. Es werden Nashornhörner in großem Stil gestohlen. Neben Diebstahlsmeldungen aus Portugal, Italien, England und Belgien steht zumindest seit Juni dieses Jahres verstärkt auch Deutschland im Visier der Nashorndiebe. Bekannt geworden sind Fälle aus Oerrel (Jagdmuseum), Hamburg (Zoologisches Museum der Universität), Offenburg (Ritterhausmuseum), Rothenburg (Gaststätte), Dedelstorf (Jagdmuseum), Sebnitz (Afrikahaus), Bamberg (Naturkundemuseum) und Kiel (Institut für Haustierkunde).


Die Vorgehensweise der Diebe ist vielfältig. Von Diebstählen aus dem laufenden Museumsbetrieb bis zum Einbruchdiebstahl ist alles möglich. In einem Fall wurde die Kassiererin eines Museums von einem der Täter abgedrängt, während ein Zweiter Nashornhörner entwendete.

Besonders Kollegen aus der Privatwirtschaft sollten auf der Hut sein. Die Täter heucheln Kaufinteresse für alle möglichen Trophäen ausschließlich mit dem Ziel, eventuelle Nashornbestände zu erkunden und ggf. auch gleich zu entwenden.


Der Verband Deutscher Präparatoren rät daher alle Berufskollegen zu äußerster Sorgfalt und Vorsicht im Umgang mit Nashornbeständen und empfiehlt dringend:


  • Geben Sie keine Informationen ĂĽber eventuelle Museumsbestände des eigenen Hauses oder anderer Einrichtungen an Dritte weiter.
  • Sichern Sie Ihre Vitrinen ausreichend bzw. entfernen Sie ggf. Originale aus den Vitrinen.
  • Sichern Sie Ihre Depots ausreichend.
  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter ĂĽber die Situation.
  • Informieren Sie bei suspekten Vorgängen die Polizei und drängen Sie ggf. auf eine Bearbeitung mit Hinweis auf die internationale Brisanz des Themas (siehe auch Mitteilung Interpol unter www.europol.europa.eu/sites/default/files/publications/oc-scan_policy_brief_open_version.pdf).

Den Kollegen aus der Freien Wirtschaft sei zusätzlich dringend angeraten:

  • Seien Sie äuĂźerst vorsichtig im Umgang mit potentiellen Kaufinteressenten.
  • Bieten Sie möglichst keine Nashornhörner an und vermitteln sie auch nicht im Auftrag von Kunden.
  • Geben Sie keine Informationen ĂĽber Kollegen oder Kunden mit Nashornbeständen an Dritte weiter.
  • Sichern Sie eventuelle Bestände ausreichend.

Dieter Schön

Beirat Biologie



 

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Nashorndiebstähle 01.11.2011 (pdf 7 Kb)
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