Fachbereich Medizin
Ein medizinischer Präparator ist in den drei Teilgebieten der Humanmedizin, der Anatomie, der Pathologie und in der Rechtsmedizin, anzutreffen. Hier wie da stellt er – wenn auch mit unterschiedlichen Zielsetzungen – Präparate für die wissenschaftliche Untersuchung, für Lehrzwecke und für die Dokumentation her.
In anatomischen Instituten obliegt dem Präparator die Versorgung der Verstorbenen, darunter versteht man die Konservierung, die fachgerechte Aufbewahrung und die Betreuung während der Präparierkurse, an denen er assistierend beteiligt ist. Das setzt genaue Kenntnisse der menschlichen Anatomie voraus.
Die Arbeit eines Präparators an einem pathologischen Institut unterscheidet sich in technischer Hinsicht kaum von der eines rechtsmedizinischen Instituts. In beiden Fächern assistiert der Präparator dem Arzt und ist überwiegend im Obduktionsbereich tätig, der die Untersuchung von Todesursachen umfasst. Nach der Obduktion obliegen ihm die gesamten Wiederherstellungsmaßnahmen des Leichnams, die mit peinlichster Sauberkeit und Sorgfalt durchzuführen sind. Neben den notwendigen Anatomiekenntnissen erfordert dies auch ein gutes Fachwissen in Pathologie und Rechtsmedizin.
Es versteht sich von selbst, dass der Präparator auch für den ordnungsgemäßen Zustand der Arbeitsräume, der Geräte- und Instrumentenausrüstung sowie für die Einhaltung weitreichender Hygieneregeln zuständig ist. Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein ist insbesondere beim Umgang mit Angehörigen nötig, ebenso bei der Zusammenarbeit mit Bestattungsinstituten. Hier sind auch Kenntnisse der allgemeinen Rechtsgrundlagen und des Bestattungsgesetzes erforderlich. In manchen Einzelfällen ist die Einbalsamierung des Leichnams notwendig, die der Präparator teilweise selbständig durchführen muss.
Verfügt das Institut über eine Lehr- und Dokumentationssammlung, so wird diese vom Präparator betreut und ergänzt. Hier fallen nicht nur schriftliche, grafische und fotografische Aufgaben an, sondern insbesondere auch die verschiedensten präparationstechnischen Verfahren, z. B. Herstellung von Feuchtpräparaten, Konservierungstechniken, Mazerationsverfahren zur Knochendarstellung, Injektions- und Korrosionstechnik zur Gefäß- und Hohlraumdarstellung, Imprägnierungsverfahren (Plastination, PEG-Methode, Parafinierung), Einguss- und Abformtechniken, spezielle Darstellungsmethoden wie z. B. Aufhellung und Färbung von Geweben.
Nicht selten werden auch histologische Techniken gefordert bis hin zur Mikroskopie und Mikrofotografie, ferner Injektions- und Korrosionstechnik zur Gefäß- und Hohlraumdarstellung.
Dem Präparator in der Medizin wird ein besonders hohes Maß an menschlicher Reife, Verantwortungsbewusstsein und Umsicht abverlangt. Das sollte bereits vor dem Eintritt in eine solche Ausbildung berücksichtigt werden.